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Haldor Jochim Haldor Jochim schrieb am 29. Januar 2024 um 10:46
Lieber Herr Schaller, bevor ich mit dem eigentlichen Text für den Eintrag in Ihr Gästebuch beginne, möchte ich ein paar Vorbemerkungen vorausschicken, die sich auf die Vorbemerkungen zu Ihrem Programm in Chemnitz am 28. Januar 2024 beziehen. Der Hinweis auf die im Verlaufe des Programms zu erwartende Ironie war ausgesprochen hilfreich. Ohne diesen Hinweis wären die politischen Betrachtungen in den Nachbemerkungen Ihres Programms vielleicht nicht richtig verstanden worden. Dank Ihres Hinweises war es mir möglich, die herausgehobene Erwähnung von bekannten Politikern nicht als Grünen-Bashing, sondern im Gegenteil als Reverenz an ihre herausragenden politischen Fähigkeiten zu deuten. Denn ist es nicht zweifellos herausragend, wenn nicht sogar genial, mit einem arabischen Land, das die sogenannten Freiheitskämpfer des Hamas finanziell unterstützt hat, bereits ein Jahr vor deren Überfall auf israelische Wohnsiedlungen einen Vertrag abzuschließen, der die Versorgung unseres Vaterlandes mit Gas, dem Quell unserer Lebensfreude, für viele Jahre sichert? Umso mehr, da jeder wusste, dass die Hamas einen Angriff auf Israel plante – der Wirtschaftsminister, die Außenministerin, die Geheimdienste, wahrscheinlich sogar die Bildzeitung. Dementsprechend gut vorbereitet präsentierte sich ja die israelische Landesverteidigung. Stellen Sie sich vor, der Deal wäre im Jahr 2022 nicht zustande kommen – jetzt wäre er gewiss politisch nicht mehr durchsetzbar. Bevor ich nun endlich zu meiner eigentlichen Nachricht komme, möchte ich noch eine Nachbemerkung anschließen. Mich hat es beeindruckt, wie Sie sich im Anschluss an Ihre Äußerung, man solle als Kabarettist zuerst gründlich über aktuelle Geschehnisse nachdenken, bevor man sie auf der Bühne kommentiert, konsequent an diese Maxime gehalten haben. Denn Sie haben natürlich Recht: Wenn man allzu spontan reagiert, geht der Witz verloren, und die Ironie ist nur noch für diejenigen erkennbar, die alles durchschauen und als einzige die Welt verstanden haben – zum Beispiel für mich. Nun habe ich schon viel zu viel geschrieben für einen Eintrag ins Gästebuch und muss den eigentlich geplanten Eintrag leider auf eine andere Gelegenheit verschieben. Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit und herzlichen Grüßen Haldor Jochim
Administrator-Antwort von: Philipp Schaller
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung! Die letzten fünfzehn Minuten habe ich ja (bis auf den Schluss) frei geredet, ohne Textvorlage. Ich hielt es für nötig, ohne alles durchdacht zu haben, mich zu den ganz aktuellen Vorgängen zu äußern. Für mich war es ein Experiment – und es ist offenbar aufgegangen. Ihnen alles Gute und bleiben Sie gesund!
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